Elternaktivierende Krisenwohngruppe

Es handelt sich um eine befristete Unterbringung von Kindern um Alter von 0 bis 6 Jahren in Krisensituationen.

Die gemeinsame Aufnahme der Kinder mit den Eltern oder einem Elternteil ist möglich.

Dabei erfolgt gleichzeitig eine Perspektivklärung mit intensiver Elternarbeit zur Einschätzung der Gefährdungslage des Kindes/ der Kinder ggf. auch aufsuchend im elterlichen Umfeld.

Alle Eltern nehmen gemeinsam mit ihrem Kind an der Tagesstruktur und am Alltagsgeschehen der Gruppe teil.

Die ressourcenorientierte Elternaktivierung in Form von intensiver Elternarbeit dient zur Klärung der Rückkehroption.

In der Perspektivklärung soll ein Zeitraum von 3 Monaten nicht überschritten werden. In der Elternaktivierung können die Kinder mit den Eltern bis zu 2 Jahren verbleiben.

Säuglinge und Kleinkinder von 0 bis 6 Jahren, deren Verbleib in ihren Familien aufgrund einer Gefährdungslage zunächst nicht möglich ist.

Gleichzeitig unterstützt die „Elternaktivierende Krisenwohngruppe“  die Eltern deren Kinder zur Sicherung des Kindeswohls eine veränderte Lebens- bzw. Alltagssituation benötigen.

Die Perspektivklärung soll dazu dienen, die Gefährdungslage für das Kind zu prüfen und die elterliche Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit sowie ihre erzieherischen Kompetenzen. Dabei wird auch der Eltern-Kind-Kontakt begleitet und die Interaktion zwischen Eltern und Kind gefördert.

Die Eltern haben in der Zeit der Unterbringung ihres Kindes einen Gaststatus, sodass eigener Wohnraum beibehalten werden kann. Sie beteiligen sich mit einer Nutzungspauschale (Betriebskosten/Verpflegung).

Die Eltern werden in das tägliche Leben und die Tagesstruktur der Wohngruppe eingebunden. Sie wecken ihre Kinder und sind für die täglichen Alltagspflichten in ihrer Versorgung und Betreuung zuständig. Sie halten die Tagesstruktur mit Ess-, Spiel- und Ruhezeiten ihrer Kinder ein, sorgen mit dafür, dass ihre Kinder genügend Bewegung an frischer Luft haben und bringen sie abends ins Bett.

Für die Elternarbeit gilt der Grundsatz, dass die Eltern als Experten für ihre Kinder angesehen und sie ermächtigt werden, für ihrer Kinder selbst verantwortlich zu sorgen.

Stellt sich heraus, dass es einen weiteren stationären Hilfebedarf gibt, kann eine elternaktivierende Phase eingeleitet werden. Die Eltern können hierbei mit ihren Kindern in separaten Wohnräumen des Trägers selbstständig leben und sind für sich und ihr Kind selbst verantwortlich. Ihre Erziehungskompetenzen und hauswirtschaftlichen Fähigkeiten werden ausgebaut, persönliche Lebensplanungen können erarbeitet und umgesetzt werden.

Ziel ist es, dass die Eltern mit ihren Kindern wieder im eigenen Haushalt leben. Die Familie ist weiter an das Projekt und die feststehenden Termine gebunden.

Die Pädagogen und Pädagoginnen begleiten die Familie in ihrem Verselbstständigungsprozess. Auf Krisensituationen kann umgehen reagiert werden.

  • Zusammenbruch der Alltagsbewältigung durch andauernde hohe emotionale Belastung und den Verlust des psychischen Gleichgewichtes
  • Überforderungsgefühle, die zu einer groben und unangemessenen Strenge oder einer ausgeprägten Überforderung und Hilflosigkeit im Erziehungsverhalten führen.
  • massive Partnerschaftskonflikte und häusliche Gewalt zwischen den Bezugspersonen
  • Extrembelastungen und erlebte traumatisierende Situationen (Gewalt und Missbrauch, plötzliche Schicksalsschläge wie Trennung, Tod, Unfall, Krankheit)
  • Eine fehlende Tagesstruktur und eingeschränkte elterliche Kompetenzen

Der Auftrag ist die Gefahrenabwehr für das Kind sowie die Sicherung seiner vitalen Grundbedürfnisse und eine emotional verlässliche Betreuung nach physischen und/oder psychischen Traumatisierungen.

Ziel ist das Erkennen und die Aktivierung der elterlichen und familialen Ressourcen, damit diese für eine Veränderung der familiären Situation im Hinblick auf das Kindeswohl so genutzt werden können, dass eine weitere Gefährdung ausgeschlossen wird und eine Rückkehr des Kindes in die Familie möglichst bald erfolgen kann.

Sollte die Mitwirkung der Eltern nicht erfolgen oder nicht ausreichend sein, um den Schutz des Kindes zu gewährleisten, ist das Ziel, eine für das Kind möglichst förderliche und optimale Perspektive zu erarbeiten.

Ansprechpartner_innen

Huth

Heike Huth

Regionalgeschäftsführung
Tel.: 030 20 21 50 80

h.huth@kjhv.de

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Daniela Tempel
Stellv. Regionalgeschäftsführung
Tel.: 03341 30 48 10

d.temple@kjhv.de

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